Stargate Atlantis The Great Conflict

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 Tomar - ein Randplot

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Iifrit Tambuur-san
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BeitragThema: Tomar - ein Randplot   Fr Sep 05, 2008 12:57 am

Zum Vorspiel: Ich plane, das SG Universum komplett neu hoch zu ziehen. 1997 ging schief. O'Neill, Carter und Jackson sind verschollen. Sie sind nicht tot.
Aber das Stargate Programm wurde wieder eingestellt. Das Tor abgeschaltet. Die Jahre gehen ins Land. 3. Weltkrieg. Neuaufteilung der Welt, Spaltung der USA. Vereinigung Europas, eine neue Sowjetunion, Freihandelszone Chicago, China als Großmacht, Japan als Wirtschaftsmacht und Lateinamerika in der Hand von Kartellen und Bruderschaften, die 2018 New Orleans in ein atomare Hölle verwandeln.
2023 wird das Stargate Programm vom amerikanischen Imperium (dem Westteil der ehemaligen USA) aufgegriffen und fortgeführt. Colonell John Mayer, Mayor Sarah Robertson, Dr. Micheal Kempten und Lieutenant Carl Johnson bilden hier das neue SG-1, das sich unter der Leitung von General John Sheppard auf die Suche nach neuen Technologien macht. Soviel zur Vorgeschichte. Was folgt, passt nun überhaupt nicht dazu und der Zusammenhang wird erst spät klar.


Küstenstadt Armeum
Ostküste von Futoi
Planet Enlil
Kunbar System
Kushan-Cluster außerhalb der Milchstraße
84. Kislimu 1599 (etwa der 10. August 2024)
9:15 Uhr Ortszeit Armeum


Es war ruhig im Hafen Armeum. Viele schliefen noch. Die meisten Schiffe kommen immer erst gegen Mittag in den Hafen und das wollte Tomar ausnutzen. Tomar war ein großer Mann mit kurzem blonden Haar und braunen Augen. Er war Kapitän der Golorien, sein ganzer Stolz. Eines der ersten Schiffe, die sowohl Segel als auch Schiffsschraube in einem Stahlbauch vereinte. Jedenfalls hier auf Futoi. Auf Phetr an der Westküste in der Stadt Hadrus war das schon seit Jahren Standard. Aber eh sich auf Futoi etwas durchsetzte. Dauert etwas. Tomar hatte ein Vermögen in die Golorien gesteckt und wollte jetzt auf große Fahrt gehen. Heute zum Sonnenhöchststand wurde eine hohe Flut vorausgesagt und er wollte als erster Enlil überhaupt die Riffe von Aquilo überwinden, was bisher niemand wagte, weil sie angeblich unüberwindlich waren.
Einige Hafenarbeiter trugen Fässer mit Wasser und Nahrungsmittel für 4 Monate auf das Schiff. Zur gleichen Zeit schaufelten andere Enlil Kohle auf das Schiff, da es in Armeum noch keine Hafenkräne für Kohle gab, musste es von Hand erfolgen. Tomar stand am Kai und ging ein letztes Mal die Checkliste vor ihm durch. Hatte er an alles gedacht? 50 Männer und Frauen würden ihn auf dieser Fahrt begleiten. Darunter seine Ehefrau Dara. Kinder hatten sie keine und Tomar wollte auch vorerst keine. Ausgewogene Nahrung war geladen, Kohle für den ersten Teil der Fahrt über das Riff und bei Flaute sowie bei Sturm. Er rechnete mit ca. 6 Wochen unter vollem Dampf, was dann 16 Wochen genug Dampf für die Generatoren bedeuten würde. Wasser. Das war ein Problem, aber die Golorien hatte auf ihren knappen 150m Länge eine Entsalzungsanlage an Bord. Das dürfte reichen. Segeltuch für die 4 Masten war auch genug da, sogar Ersatztuch war dabei. Tomar war so versunken, dass er die Person nicht bemerkte, die sich näherte. „Tomar.“, sagte Marol, der Hafenmeister von Armeum. Tomar erschrak. „Ahh, verdammt.“, sagte er. „Du sollst dich doch nicht so von hinten anschleichen.“ „Tomar, können wir reden?“, fragte Marol. „Natürlich.“, sagte Tomar und drehte sich zu Marol um. „Es geht um deine Reise. Willst du wirklich die Riffe von Aquilo überqueren?“, fragte Marol. „Ja, das habe ich vor und ich will beweisen, dass es einen Seeweg von Ost nach West von Armeum nach Galol Lal gibt. „Tomar, das ist Wahnsinn. Niemand konnte bisher die Riffe überwinden, alle sind sie gescheitert. Außerdem gibt es keine Beweis, dass es eine Passage gibt.“, sagte Marol ängstlich. „Dara ist meine Tochter und ich möchte sie ungern wegen deines Starrsinns verlieren.“ „Dara liegt auch mir am Herzen und ich habe sie vorher gefragt, ob sie doch nicht lieber hierbleiben und über die Länder nach Hadrus reisen will, um mich dort zu erwarten. Sie lehnte ab, sie will bei mir sein.“, antwortete Tomar sicher. „Wenn sie es entschieden hat, dann kann ich nichts dagegen unternehmen, sie hat den gleichen Dickkopf wie ihre Mutter.“, sagte Marol. „Dennoch ich bin nicht damit glücklich, dass ihr losfahrt, vor allem nicht mit so einem Monstrum.“ Er zeigt auf die Golorien. „Was ist damit.“, fragte Tomar. „Nur weil die Golorien aus Stahl ist und somit das aktuellste Schiff an den Küsten von Futoi, ist noch lange kein Monstrum. Die Enlil von Phetr nutzen Stahlrümpfe schon seit Jahrzehnten. Es wird Zeit, dass auch Futoi so etwas einführt.“ „Ich bin nur der Hafenmeister.“, sagte Marol. „Ich habe damit nichts am Hut, was für Schiffe gebaut werden. Ich finde bloß, man sollte die alter Futoi Schiffsbautradition nicht einfach wegschmeißen.“ „Das ist deine Meinung.“, sagte Tomar kurz. „Wann willst du überhaupt auslaufen?“, fragte Marol nach einer Weile. „Zum Sonnenhöchststand.“, sagte Tomar. Zu dem Zeitpunkt stehen Rintu und Mularwen in einem 200 Grad Winkel zu Kunbar-1 und Kunbar-2, die dann auch eine Linie bilden. Es bildet sich eine hohe Flut. Die auch die Riffe von Aquilo überspült. Also möchte ich draußen auf See sein, wenn der Hauptteil der Schiffe von Moshew und Ristek eintreffen. Die Flutwelle könnte auf die Küste treffen, ich würde den Hafen und die Deiche dicht machen. Sonst könnte es Schäden in Armeum geben.“ „Dann sollte ihr euch etwas beeilen. Sonst schafft ihr das nicht.“, sagte Marol. „Da fällt mir ein. Du musst noch deine Liegegebühren bezahlen.“ „Ich kann gleich mitkommen.“, sagte Tomar. „Wir können das auch hier machen, ich habe die Papiere hier.“, sagte Marol und zückte eine Papierrolle aus seiner Umhängetasche. „Das sind dann 254 Korin.“ Tomar wühlte in seinem Geldbeutel und fischte schnell die paar Scheine und Münzen raus: „Ich geb dir 260 Korin. Den Rest kannst du haben.“ „Zu viel der Ehre.“, sagte Marol und steckte die 254 Korin in die Umhängetasche, die restlichen 6 Korin steckte er in seinen Geldbeutel. „Dann lebe wohl Tomar. Und viel Glück auf deiner Reise.“, sagte Marol.
In dem Augenblick kam Dara um die Ecke. „Dara, meine Tochter.“, sagte er. „Hallo Liebling.“, sagte Tomar und küsste sie. „Hallo Tomar. Hallo Vater.“, sagte Dara. „Bist du gekommen, um mich zu verabschieden?“ „Ja, außerdem hatte ich noch etwas mit deinem Ehemann zu besprechen.“, sagte Marol und umarmte Dara. „Liebling, die Mannschaft ist da.“, sagte Dara. „Also wenn du noch was loswerden willst. BEVOR wir ablegen, dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt.“, sagte Dara. „Danke Liebling. Dann lass ich dich noch einen Moment mit deinem Vater allein.“, sagte Tomar und ging zur Golorien. „Und du hast es dir ganz stark überlegt, ob vielleicht doch hier bleiben willst?“, fragte Marol seine Tochter. „Ja und ich habe entschieden mitzufahren.“, sagte Dara mit fester Stimme. „Es wird vielleicht das größte Unternehmen aller Zeiten für alle Enlil. Und ich möchte dabei sein.“ „Ich sehe schon, ich habe genauso viel Erfolg wie Tomar.“, sagte Marol. „Ja.“, sagte Dara. „Dann will ich euch nicht aufhalten.“, sagte Marol. Er umarmte nochmal seine Tochter, drehte sich um und ging. Dara blickte ihm nach. Er war alt geworden. Sie reiste nach der Heirat mit Tomar lange Zeit durch alle Kontinente und sammelte Erfahrungen und Techniken von anderen Enlil. So bekamen damals auch die Pläne eines Stahlrumpfschiffes aus Hadrus. Als man dann nach Futoi zurück kam, ließ Tomar die Golorien bauen und mit Segeln ausstatten, was im Bauplan so nicht vorgesehen war. Dadurch erhielt die Golorien ein sehr eigenständiges Design, was sie sehr leicht unterscheidbar macht. Derweil machte ihr Vater seinen Job als Hafenmeister in der Zwischenzeit verstarb ihre Mutter. Wie Vater sagte, sei sie friedlich eingeschlafen. Während des Baus der Golorien hatte sie das Grab besucht und hatte geweint, dass sie in der Zeit weit weg war.
Doch es zählt nur das hier und jetzt. Dara ging zurück zum Schiff wo Tomar gerade eine Ansprache hielt. „Männer und Frauen, ihr alle seit Teil einer Mannschaft. Einer Mannschaft, die etwas versucht, woran viele scheiterten. Heute ist der vielleicht wichtigste Tag in der Geschichte von Enlil. Wir werden heute mit der Mittagsflut die Riffe von Aquilo überqueren. Die Sonnen als auch die Monde stehen günstig. Diese Konstellation ist selten und wir sollten das ausnutzen. Jedem von ihnen habe ich gesagt, was ihn erwartet, als er den Vertrag hier unterschrieb und anheuerte. Jeder, aber niemand machte einen Rückzieher. Ich bin mir bewusst, dass jeder sein bestes gibt, weil sobald die Riffe hinter uns haben, vor uns die unendliche Weite des Osanemeeres liegt. Wann es endet, weiß niemand. Wie das Wetter wird, weiß niemand. Wir sind dort ganz auf uns gestellt, weil niemand helfen kann. Aber ich weiß, dass jeder versuchen wird aus sich und aus den Kameraden und Kameradinnen das Beste herauszuholen. Der Platz ist begrenzt und wir sind 50 Männer und Frauen. Da können Streitigkeiten vorkommen und ich selbst halte sie nicht für ausgeschlossen. Aber versuchen wir uns das Leben nicht unnötig schwer. Ich rechne mit 4 Monaten auf See bei gutem Wetter. Aber genug der Worte, gehen wir an Bord und bereiten wir alles für die Abfahrt vor.“, schloss Tomar seine Ansprache. Die Mannschaft war jedenfalls begeistert und jubelte, wenn auch verhalten.
Gegen 11 Uhr war dann alles für die Abfahrt bereit und die Golorien verließ den Hafen von Armeum mit rauchenden Schloten. Tomar stand auf der Brücke, die vorne war nahe am Bug. Überdacht und schön verglast. So konnte einem auch der schlimmste Sturm erst einmal nichts anhaben. Der Ausguck befand sich wieder am höchsten Mast des aufgesetzten Viermasters. Kaum hatte man die Hafeneinfahrt hinter sich gebracht, fuhren dort mächtige Tore zu. Marol hatte Tomars Rat also berücksichtigt und den Hafen verriegelt, um Schäden zu vermeiden. Es war gleich 12 Uhr. Die Sonnen sollten gleich auf einer Linie sein. Die Golorien hielt weiter Kurs Ost bei. Die Riffe wurden sichtbar, die sich auf einer 15000km langen Nord-Süd-Linie erstreckte, hier und da flacher oder auch höher waren. Und gerade auf Höhe Armeum war das Riff am kleinsten, weshalb sich bei Flut diese einmalige Gelegenheit bot darüber weg zu schwimmen. 12 Uhr. Die Flut kam plötzlich und unvermittelt, waren die Riffe plötzlich verschwunden. „Alle Kraft voraus, wir haben nur diesen einen Versuch.“ Die Schornsteine qualmten noch mehr. Das wird knapp, dachte Tomar. Sehr knapp. Die Maschinen der Golorien liefen auch maximaler Kraft, aber ob das reicht, wusste Tomar in diesem Moment nicht. Er fixierte einen Punkt am Horizont und versuchte festzustellen, ob sich der Meeresspiegel hebt oder senkt. Er senkte sich bereits wieder. Verdammt. Die Flutwelle war vorüber und Tomar wollte schon enttäuscht die Geschwindigkeit reduzieren, als er kein Riff vor sich sah. Dafür meldete der Ausguck: „Riff achtern.“ Es war geschafft. Tomar stieß die Hände in die Höhe und freute sich riesig. Die Mannschaft jubelte ebenfalls. „Geschwindigkeit reduzieren. Wir wollen Kohle sparen.“, sagte ein sichtlich entspannter und jubelnder Tomar in das Sprachrohr zum Maschinenraum. „Setzt die Segel. Wir fahren mit dem Wind gen Osten.“, rief Tomar dann nach draußen, wo weitere Crewmitglieder anfingen in die Taue zu klettern. Die Segel fielen und nahmen den Wind auf. Die Schornsteine reduzieren ihren Qualm und pafften jetzt eher ruhig weiß vor sich hin. Es war genug Dampf auf dem Kessel, um die Elektrogeneratoren zu betreiben. Die Schiffsschraube stand derweil. So segelte jetzt die Golorien neuen Horizonten entgegen, die noch nie ein Enlil zu vor gesehen hat.

***Fortsetzung folgt***


Zuletzt von Iifrit Tambuur-san am Di Sep 09, 2008 9:58 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Tomar - ein Randplot   Fr Sep 05, 2008 2:50 am

So, gleich mal kommentieren. Mit deiner Idee eines volkommen veränderten SG-Universums hast du mich richtig neugierig gemacht und auch die Szene mit dem Schiff hier, wenn auch nur Randthema, wie du sagst.
Zu bemänglen gäbe es lediglich gewisse Schönheitsfehler, wie das viel zu häufige "sagte", da wäre etwas mehr Abwechslung erwünscht.
Zitat :
die noch nie ein Enlil zu vor gesehen hat.
Siehe da, ein Trekkie-Zitat Laughing

Aber ich freue mich schon auf mehr, allein die enorm detaillreiche Welt, die du entworfen hast, macht mich neugierig.

Greetz, DeiNaGoN

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Iifrit Tambuur-san
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BeitragThema: Re: Tomar - ein Randplot   Di Sep 09, 2008 1:19 am

Titum Meer
Planet Enlil
98. Kislimu 1599 (etwa der 25. August 2024)
11:24Uhr Ortszeit


Der Navigator der Golorien schaute von seiner Karte auf, in er gerade die neuen Breitengrade des Schiffes aufgetragen hat. Er verglich sie mit den Breitengraden der letzten Tage und stutzte. Wir verlassen unseren Ost-Kurs und driften nach Südosten ab. Er beschloss Tomar davon zu unterrichten und zu fragen, wie es weiter gehen sollte. Tomar befand sich auf der Brücke und starrte aufs Meer. Der Navigator kam herein. „Tomar, auf ein Wort, wenn ihr erlaubt.“, begann er. Der Kommandant des Schiffes drehte sich um: „Was gibt es?“ „Ich habe gerade die Breitengrade unserer Position ermittelt und mit denen der letzten Tage verglichen.“, antwortete der Navigator. „Dabei stellte ich fest, dass wir nach Südosten driften.“ Tomar war sichtlich erleichtert. „Das ist meine volle Absicht.“, sagte er. „Der Wind bläst von hinten und ist ziemlich stark, dadurch kommen wir gut voran und können Zeit gut machen. Sollte sich der Wind umschlagen, werden wieder auf Ost-Kurs gehen, aber erstmal würde ich gerne die Brise ausnutzen. Wie weit sind wir bisher vom reinen Kurs Ost abgewichen?“, fragte Tomar. Der Navigator schaute auf seine Karte, die er vorsorglich bei sich hatte und antwortete: „Seit 5 Tagen driften wir ab, bisher haben wir ungefähr 8000 Schakus verloren. Nicht gerade wenig, wenn sie mich fragen, Tomar.“ „Das ist kalkulierbar. Halten sie mich über die Kursabweichungen auf dem Laufenden.“, sagte Tomar. „In Ordnung.“, erwiderte der Navigator und eilte zurück in seinen Kartenraum.
Fast im gleichen Augenblick, wie der Navigator verschwand kam Tomars Frau Dara auf die Brücke. „Ich habe euer Gespräch mitgehört. Wenn den Kurs beibehalten, kann das unsere Reisezeit erheblich verlängern und das kann verdammt an unsere sowieso schon knappen Vorräte gehen. Wie willst du das der Crew erklären?“, fragte sie. „Nun, das Beste ist, wenn es die Crew erstmal nicht erfährt. Dadurch können wir fürs Erste Unruhen vermeiden innerhalb der Besatzung vermeiden.“, erwiderte Tomar. „Und wann hast du vor, es Ihnen zu sagen? Schließlich wissen wir nicht, wann wir auf Land treffen oder ob wir überhaupt vor Hadrus auf Land treffen.“, sagte Dara. „Du hast Recht, ich sollte die Crew bei der nächsten sich gebenden Gelegenheit darüber aufklären.“, ergänzte Tomar und lächelte. Dara lächelte zurück. „Dann ist gut Liebling.“, erwiderte sie, küsste ihn auf die Wange und verließ wieder die Brücke. Tomar drehte sich wieder dem Meer zu und starrte ganz versunken auf den Horizont, der endlos schien. Tomar nutzte gleich den ersten Abend beim Abendessen, um die Crew darüber in Kenntnis zu setzen, dass man nach Südosten fahre, weil der Wind gerade in diese Richtung sehr stark blase. Die Besatzung nahm es mit Murren aber auch mit Begeisterung auf, weil man wusste dadurch könnte sich die Reise verkürzen.


Titum Meer
Planet Enlil
106. Kislimu 1599 (etwa der 3. September 2024)
18:56 Uhr Ortszeit


Vor 2 Tagen drehte der Wind wieder auf West und Tomar machte seine Ankündigung wahr und nahm wieder Kurs auf den Osten. Leider wurde auch das Wetter zunehmend schlechter und heute Abend drohte sich ein ausgewachsener Sturm zusammenzubrauen. Tomar gab beim Abendessen die Order an die Mastcrew sich zum Segelraffen bereit zu machen. Außerdem sagte er den Heizern, sie sollten die Antriebsturbinen warm laufen lassen und die Kessel hochfahren. Der übrigen Crew erteilte er den Befehl umgehend alles Bewegliche fest zu machen, damit ja nichts über Bord geht. „Ich übernehme in der Nacht das Ruder bis morgen früh um 8 Uhr.“, sagte Tomar und erhob sich. Keiner widersprach. Vielmehr waren alle damit beschäftigt ihren gestellten Aufgaben nachzugehen. „Wenn jeder mit seinen Aufgaben fertig ist, stellt er sicher, dass alle Luken und Bullaugen dicht sind. Wir wollen Wassereinbruch durch Überspülungen verhindern.“ „Verstanden.“, erklang es im Chor. Nachdem alle gegangen waren und Tomar und Dara alleine waren, sagte sie: „Und du willst ganz allein auf der Brücke bleiben?“ „Ja Liebes, will ich. Die Brücke als solche wurde extrem stabil gebaut und hält jedem Sturm stand. Jedenfalls hält sie solchen stand, die wir aus der Nähe von Arsuek kennen.“ „Richtig beruhigend ist das jetzt nicht, aber ich werde die Nacht in unserer Kabine verbringen und auf den Morgen warten.“, antwortete Dara kurz und verschwand. Tomar schaute ihr nach, räumte noch sein Geschirr weg und ging zu Brücke.
Dort angekommen, schaute er kurz nach hinten. Die Mastcrew war bereit. Der Wind hatte stark zugenommen und würde das Segeleinholen erschweren, aber für eine der besten Crews von Futoi sollte so etwas kein Problem sein. Die Sicht wurde auch durch die zunehmende Dunkelheit immer schlechter. Schließlich gab Tomar den Befehl zum Segelraffen und die Mastcrew ging ohne zu zögern an ihre Arbeit. Der Wind pfiff ihr Lied. Gleichzeitig gab er den Heizern und Maschinisten im Maschinenraum den Befehl die Kessel aufzuheizen und die Turbine hochzufahren. 10 Minuten später waren die Segel vertäut und die Crew verschwand unter Deck. Regen setzte ein. Der Wind blies nicht mehr von Westen sondern drehte auf Süd und ließ die Wellen auf die Steuerbord Seite schlagen. Tomar hielt erstmal stur in den Sturm hinein, eine Umschiffung dieses Riesensturmes würde die ganze gewonnene Zeit zunichte machen und damit die Vorräte weiter dezimieren. Da dies aber nicht zur Diskussion stand, wurde beschlossen das Risiko der Sturmdurchquerung einzugehen. Tomar hielt weiter gen Osten, aber die Wellen wurden immer größer und auch die Gefahr von Überspülungen wurde mit jeder Welle und jeder Minute größer. Aber der Kommandant der Golorien hielt solange den Kurs bis die erste Welle das Vorschiff überspülte und Tomar Angst kriegte zu kentern. Der Sturm trieb das Schiff nach Norden, obwohl Tomar gar nicht nach Norden lenkte. Da aber die Wellen immer größer wurden, lenkte er ein und ging auf Kurs Nordost, um den hereinbrechenden Wellen, weniger Angriffsfläche zu bieten, sobald eine Welle vorüber war, riss er wieder das Ruder herum und steuerte nach Osten. Aber die Wellen brachen immer schneller und immer heftiger über das Schiff herein. Schließlich ließ Tomar die Turbinen anwerfen und legte einen Kurs Nordostnord. Der beste Kompromiss aus Ost-Kurs und kleiner Angriffsfläche. Durch die Vorwärtsbewegung versuchte Tomar den Wellen zuvorzukommen. Aber die Wellen holten das Schiff fast immer ein und schlugen auf das Heck ein. Je weiter die Nacht fortschritt desto erschöpfter wurde Tomar, aber er ließ nicht locker. Er legte das Ruder immer wieder auf Kurs Nordost oder Ost, wenn es die Wellen erlaubten, wenn die Brecher zu mächtig für die Bordwand waren, steuerte gen Norden um so den Wellen nur das Heck anzubieten. So auch gegen Morgen nach dieser anstrengenden Nacht als Dara zusammen mit der 2. Navigatorin Franja und die 2 Frauen aus der Mastcrew Leona und Kimi. „Liebling wie sieht es aus?“, fragte Dara. „Wie es ausschaut? Nun wir reiten aktuell auf einer Welle Richtung Norden. Der Sturm hat lange noch nicht aufgehört, es regnet noch wie verrückt.“, antwortete Tomar sichtlich erschöpft. Dara ging während Tomar das sagte zum Fenster und schaute hinaus. „Schatz, ich sehe Land. Direkt voraus.“, sagte sie trocken und fasziniert. Tomar erschrak: „Land direkt voraus? Verdammte Scheiße. MASCHINENRAUM. Alle Kraft voraus.“, brüllte Tomar und riss das Steuer herum. Er ließ das Ruder auf Hart-Steuerbord anschlagen und versuchte verzweifelt die Golorien von der Küste weg zukriegen, aber die Welle trug sie weiter auf die Küste zu. Aber je weiter sie sich der Küste näherten, desto flacher wurde die Welle und Tomar hegte die Hoffnung doch noch rechtzeitig weg zu kommen. Schließlich verschwand die Welle und ließ das Schiff allein im Wasser zurück und Tomar atmete erleichtert auf. Als plötzlich Leona rief: „Brecher von Steuerbord. Alle Mann festhalten!“ Tomar ließ das Ruder einrasten, um ein plötzliches Umschlagen zu verhindern und hielt sich an einigen Griffen an der Decke fest. Er deutete den andern an, es ihm gleich zu tun. Die Welle schlug mit unvermittelter und unglaublicher Wucht auf die Bordwand der Golorien ein und drückte das Schiff noch ein Stück nach Norden bis es ein Krachen und Kratzen gab. Das Schiff stand plötzlich still und alle wurden erst einmal kräftig durchgeschüttelt. Einige Sekunden später gab es verzweifelte und gurgelnde Hilferufe aus dem Maschinenraum: „Wassereinbruch, das Schiff ist *gurgel* gelaufen und wurde der *gurgel* aufgerissen.“ Tomar nahm jetzt erst wahr, dass sein Schiff vielleicht verloren ist. Er ließ von seinem Griff los. Aber im selben Moment griff er wieder zu als Leona wieder schrie: „Brecher von Steuerbord. Alle Mann festhalten!“ Wieder ging ein Brecher über das Schiff und drückte es noch mehr auf das Riff. Die Golorien fing an sich nach Backbord zu neigen. Die letzte Welle hat das Steuerbordfenster der Brücke eingedrückt und jeder war sich jetzt bewusst, dass fast nichts mehr zu retten war. Was Tomar die ganze Nacht über nicht bemerkte war, dass der Sturm Stück für Stück die stabile Deckenkonstruktion der Brücke mürbe gemacht hatte und jetzt ein letzter Brecher reichen würde, um die Brückenkonstruktion zu sprengen. Aber erhielt sich noch an seinem Deckengriff fest, als Leona wieder vor einem Brecher warnte. Er klammerte sich an seinen Griff. Die Welle kam und füllte die Brücke mit Wasser. „Wie viele von der Crew sind schon wach?“, brüllte Tomar in den Sturm. „Weiß nicht, als wir hoch kamen, waren wir 4 die einzigen auf den Gängen.“, schrie Dara als Antwort. „Die Anderen müssen noch geschlafen haben.“ „Ich gehe nicht davon aus, dass jetzt noch jemand schläft, entweder das Wasser ist schon in ihren Kabinen oder sie versuchen gerade hier hoch zu kommen…“, rief Tomar wieder in den Sturm. Aber er kam nicht dazu den Satz zu beenden, als sich plötzlich die Decke der Brücke loslöste und alle, die sich festgeklammert hatte fortriss. Tomar konnte noch einen letzten Blick erhaschen. Sein Schiff, seine Golorien, wurde jetzt zum Spielball der Wellen, die immer und immer wieder mit unglaublicher Kraft auf das Schiff einschlugen und inzwischen auch die Masten arg in Mitleidenschaft gezogen hatten, so dass einige dabei waren, ab zu knicken. Während ihn noch die letzte Welle weiter fort spülte, inzwischen hatte er es aufgegeben sich an der Brückendecke festzuklammern, brach ein weitere Welle über das Schiff herein, der es endgültig zum kentern brachte. Tomar sah seinen Traum von einer Ost-West-Passage von Armeum nach Hadrus zerplatzen wie eine Seifenblase im Wind. Er schloss die Augen und ließ sich von den Wellen mitreißen, die ihn weiter auf diese unbekannte Küste zutrieben.

***Fortsetzung folgt***

Wer Vorschläge für Absätze hat... Neutral ich krieg dat nie hin, wenn die Gedanken so aus mir rausspudeln.
Die Fortsetzung hab ich schon in Notizen vor meinem geistigen Auge. ^^
Edit: Ich hatte vergessen, dass das Jahr auf Enlil ja 5 Erdenjahre dauerte, so dass das Jahr 7935 auf Enlil ein Beginn der Zeitrechnung ungefähr bei 38000 v.Chr. zulassen würde. Deshalb die Jahreszahl hab ich die Jahreszahlen editiert.
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Iifrit Tambuur-san
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BeitragThema: Re: Tomar - ein Randplot   Sa Sep 13, 2008 5:58 pm

Südküste von Anum
Planet Enlil
107. Kislimu 7935 (etwa der 4. September 2024)
14:12 Uhr Ortszeit


Heiß. Es rauschte. Kalt oder war es warm? Heiß. Rauschen. Kühler. Heiß. Es rauschte wieder. Ein weiteres wurde es kälter an den Füßen. Tomar erwachte. Völlig erschöpft versuchte er sich zu orientieren. Wo war er? Welche Uhrzeit war? Er wusste gar nichts. Tomar versuchte die Augen zu öffnen und wurde von Kunbar-1 geblendet. Er schloss die Augen und versuchte aufzustehen. Nichts ging. Ihm schmerzten alle Glieder und Muskeln im Körper. Tomar biss die Zähne zusammen und rammte diesmal seine Ellbogen in den weichen Sand. Er stützte sich auf und versuchte ein weiteres Mal die Augen zu öffnen. Heiß. Rauschen. Kalt. Kunbar-1 blendete nicht mehr und endlich erkannte er was, diese Heiß-Kalt-Wechsel verursachte. Seine Beine lagen noch zur Hälfte im vom Meer umspülten Strand. Er zog die Beine zu sich heran und blickte aufs Meer. Ein schwarzer Block zersplittert und zerstört lag knapp 1 Kilometer vor ihm im Meer. Es dauerte eine Weile bis Tomar erkannte, dass das der Rumpf seines Schiffes, seiner Golorien war. Zwischen ihm und dem Rumpf lagen Teile der Takelage und Aufbauten. Auch einige Kisten konnte er erkennen, die auf ihn zutrieben. Alle von einem leichten Wellengang getragen. Von dem Unwetter der Nacht war keine Spur mehr zu sehen. Tomar versuchte aufzustehen, aber setzte sich gleich wieder hin. Seine Beine streikten noch. Also schaute er sich am Strand um. Überall lagen Kisten, Trümmerstücke und anderes Gerümpel herum und dazwischen erkannte er Hand und Kleidung. Eine Hand und Kleidung? Tomar wurde mit einem Schlag hellwach. Könnte es noch andere Überlebende geben. Schließlich war er nicht allein auf der Brücke gewesen, als diese vom Sturm zerstört wurde und die Decke fortspülte. Seine Muskeln protestierten noch als er sich zum aufstehen zwang, aber er ignorierte es. Er musste sehen, wer dort zwischen den Trümmern lag. Er stolperte mehr als das er rannte, aber je näher er kam, desto besser konnte er erkennen, dass die Hand als auch die Kleidung zu seiner Frau Dara gehören. Er ließ sich direkt neben ihr in den Sand fallen und untersuchte sie vorsichtig. Sie lebte und Tomar atmete erleichtert auf. Aber hatte sie sich etwas gebrochen? Er befreite sie vorsichtig von einigen Trümmern, die auf ihr lagen. Behutsam hob er ihren Kopf und ihren Oberkörper auf. Er umarmte sie und vergoss Tränen der Freude. Dafür, dass sie noch lebte, dankte er Ganos Lal. Dara erwachte langsam. „Wo bin ich?“, fragt sie.
„Du bist bei mir Liebling. In Sicherheit.“, antwortete Tomar mit weicher Stimme. Dara erkannte seine Stimme und fühlte sich von einer riesigen Last befreit.
„Bleib noch eine Weile liegen, Liebling.“, sagte Tomar und erhob sich wieder. „Ich suche noch nach Leona, Kimi und Franja.“ Der Kapitän der Golorien ging weiter ein Stück den Strand und sah sich um, während er einige Kisten aus dem Wasser zog und deren Inhalt untersuchte. Aber Dara dachte nicht daran liegen zu bleiben, sie wollte was tun, aber auch ihr schmerzten sämtliche Gliedmaßen. Aber sie zwang sich zum Aufstehen. Während Tomar nach Westen den Strand entlang, folgte Dara dem Strand ostwärts, so gut es eben ging. Sie stolperte den Strand entlang und musste immer wieder einigen schweren Trümmern ausweichen. Schließlich umrundete sie eine Kiste und fand Leona, halb noch im Wasser liegend und von Segeltuch teilweise bedeckt. Dara schaute kurz und versuchte Leona danach zu wecken.
„Leona. Leona. Hörst du mich?“, sagte Dara, dabei versuchte sie sie aus dem Wasser zu ziehen und vom Segeltuch zu befreien. „Leona.“, rief Dara schließlich und rüttelte an ihr. Leona blinzelte und blickte Dara ins Gesicht.
„Wo bin ich? Was zur Hölle ist eigentlich passiert? Ich erinnere mich noch, dass ich einen dritten Brecher kommen sah und Tomar irgendwas geschrien hat, danach Schwarz. Als ob ich das alles geträumt hätte.“, sagte sie.
„Leider war es kein Traum. Die Golorien hat vor der Küste Schiffbruch erlitten. Wir wurden wohl kurz davor von diesem dritten Brecher raus geschleudert und zum Strand getragen. Jedenfalls ist das Schiff Geschichte und wir leben. Bisher sind wir nur 3. Mein Mann, du und ich.“, antwortete Dara und half Leona, dass sie sich auf eine Kiste setzen konnte. Sie setzte ihre Suche nach anderen Überlebenden fort. In Richtung Westen hatte auch Tomar Glück gehabt und Kimi gefunden, die noch etwas verwirrt war und ebenfalls nach den letzten Ereignissen fragte.
„Als wir von Bord gespült wurden, konnte ich noch erkennen, wie das Schiff unter der Wucht vieler Wellen kenterte. Ob noch jemand außer uns da raus kam, wage ich zu bezweifeln.“, sagte Tomar, der in diesem Augenblick wieder mit den Tränen kämpfte. Kimi hatte weniger Blessuren abbekommen und begleitete Tomar auf der Suche nach brauchbarem Sachen und weiteren Überlebenden.
Irgendwie war es warm. Sehr warm. Franja versuchte sich etwas zu sehen. Sie ruderte mit den Armen und schließlich gelang es ihr, sich aus den Segelfetzen zu befreien, die sie verdeckt hatten. Kunbar-1 brannte auf sie hinab und sie erkannte, dass sie an einem Strand lag. Zu ihrer linken sah sie jemanden und zu ihrer Rechten ebenso. Sie wollte etwas rufen, aber ihre Stimme versagte, als sie zur See hinausblickte. Die Golorien, das erste Schiff, auf dem sie eine Anstellung als Navigator gefunden hatte nach ihrer Ausbildung, lag völlig zerstört und gekentert vor der Küste im Wasser. Franja hatte einen Kloß im Hals. Sie wollte weinen. Es dauerte eine Weile bis die ersten Tränen flossen. In der Zwischenzeit hatte Dara die Navigatorin bemerkt und eilte zu ihr, auch Leona war inzwischen aufgestanden und ging zu ihr.
„Wenn wir streng unseren Ost Kurs gehalten hätten, wie geplant, dann wären wir an diesem Sturm vorbei gekommen.“, wimmerte Franja, als Dara und Leona bei angekommen waren.
„Das steht nicht fest, vielleicht wollte das Schicksal es so mit uns.“, erwiderte Dara und legte eine Hand auf Franjas Schulter.
„Die Schakus, die wir durch den Südostkurs nach Süden verloren haben, hätten vielleicht gereicht, diese Insel im Norden zu passieren und der Sturm wäre nie über uns hereingebrochen.“, antwortete Franja trotzig. Aber Dara hatte Recht. Niemand weiß wie groß diese Insel ist, auf der sie jetzt gestrandet waren. Die drei Frauen standen noch eine Weile da und schauten gedankenverloren auf das Wrack als sich Tomar und Kimi näherten.
„Sieht so aus, als wären wir vollständig.“, sagte Tomar. „Ich konnte jedenfalls keine weiteren Überlebenden finden.“
„Wir auch nicht.“, erwiderte Dara, die noch immer auf das Wrack starrte.
Alle schwiegen und schauten auf das Wrack. Tomar war der Erste, der wieder die Stille aus Meeresrauschen und Atemgeräuschen beendete.
„Wenn wir noch länger auf das Wrack starren, wird es auch nicht wieder zu einem vollwertigen Schiff.“, sagte er. „Wir sollten eher damit anfangen, unsere Situation einzuschätzen und beginnen, diese zu verbessern. Wir, Kimi und ich, haben zum Beispiel eine Menge Vorräte aus Kisten bergen können, die das Meer angespült hat. Darunter habe ich auch einige Feueranzünder gefunden, klein und fein. Das Beste aus Moshew. Recht viel, sollte für eine Weile reichen. Holz scheint es im Wald am Strand genug zu geben. Dann brauchen wir nicht unsere Masten zerlegen. Aus Segeltuch und einigen Bruchstücken lässt sich garantiert ein Zelt basteln, in dem wir erstmal übernachten können.“
Dara sah ihn an und lächelte.
„Was würden wir nur ohne dich anfangen.“, lachte sie und fiel ihm um den Hals. Sie küssten sich.
Den Rest des Tages verbrachten alle mit dem Zusammensuchen von allem brauchbaren, was die Wellen aus dem Schiff spülten oder fischten es aus dem Wasser. Als Kunbar-1 langsam im Osten unterging, machte Tomar am Waldrand ein Feuer aus Waldästen und Laub. Es war den ganzen Tag sonnig gewesen und Regen war nicht in Sicht. Am Feuer macht Dara etwas zu Essen aus den Nahrungsmitteln, die angeschwemmt worden. Gleichzeitig hatte sie eine Aufstellung gemacht, was so alles angeschwemmt wurde, und wie lange man damit ausharren kann ohne auf die Suche gehen zu müssen. Während man am Feuer saß und aß, kam man auch ins Gespräch und schnell hatte man sich darauf geeinigt, das förmliche wegzulassen und auf „Du“ zu gehen.
„Wir haben noch Essen für circa 4 Wochen. Das ist das was angeschwemmt wurde. Auf dem Schiff oder sonstwo ist sicher noch mehr. Am Abend des Sturms hatten wir noch Vorräte für über 3 Monate und das für 50 Personen.“, sagte Dara nach der Mahlzeit, die sie aus gepökelten Fleisch und Erdfrüchten gemacht hatte.
„Was wurde noch so angeschwemmt?“, fragte Tomar in die Runde.
„Wir haben noch einige Schuhe und Stiefel gefunden. Dazu auch einige Kleidung. Kimi hat auch noch einige Äxte gefunden, mit denen wir sicherlich Bäume fällen können. Franja hat Seile gefunden. Vermutlich Reste aus der Takelage.“; antwortete Leona. „Desweiteren haben wir Taschen gefunden. Der größte Teil war aber Segeltuch und Trümmer, die wir so gut es ging auf verschiedene Haufen schichteten.“, führte sie fort.
„Nun, wir sollten es uns erstmal hier am Strand bequem machen und morgen dann mal schauen, wie wir erstmal ein Haus bauen können. Aber erst mal eine Nacht drüber schlafen, bevor wir irgendetwas anfangen.“, sagte Tomar und fing an es sich auf einem Segelfetzen gemütlich zu machen. Dara legte sich neben ihn und schlief dann auch bald ein.
„Wir bleiben noch eine Weile auf und erhalten das Feuer, wenn Mularwen aufgeht, legen wir uns auch schlafen.“, sagten Leona und Kimi. Franja macht es auf einem anderen Stück Segel bequem und war auch recht schnell eingeschlafen, während Leona und Kimi noch einmal Holz auflegten.
„Irgendwie finde ich das schon komisch.“, begann Leona. „Die ganze Reise über hatten wir bestes Wetter und mit einem Mal, schlägt das Wetter in den größten Sturm um, den wir je erlebt haben.“
„Wie meinst du das?“, fragte Kimi verwundert.
„Naja. Wenn ein Sturm aufzieht, merkt man das, es gibt kleinere Flauten oder erste größere Wolkenhaufen, die auf einen Sturm hindeuten. Bei diesem Sturm war das nicht der Fall. Er kam plötzlich und ohne Vorwarnung hat der Ausguck die Ausläufer gesehen. Es gab zwar Wolkenhaufen, aber erst am Tag, wo wir hineingeraten sind. Es war im ersten Teil auch nicht so, dass es extrem heiß war. Jeden Tag mit etwas mehr als 18°Gordin sind noch lange kein Auslöser für solch einen Sturm.“, führte die ältere Frau fort. „Und ich war schon mein ganzes Leben auf Schiffen unterwegs. Die meist zwischen den Kontinenten verkehrten. Da gab es auch Stürme, aber kündigten sich an und wir hatten Zeit den nächsten Hafen anzulaufen.“ Leona war jetzt 7 Jahre alt und galt als erfahrene Seglerin, weshalb Tomar sie damals auch angeworben hatte. Sie selbst hatte der Reise ebenso zugestimmt, weil sie mal etwas Neues erleben wollte. Kimi hingegen war noch ein richtiger Frischling. Sie war gerademal 4 Jahre alt, aber größer als Leona, die mit ihren 35,6 Millischakus (ca. 1,78m An. d. Autors) auch nicht gerade klein war. Ihr Leben verbrachte sie bisher nur auf den Schiffen ihrer Verwandten. Ihre Eltern waren immer schwer beschäftigt gewesen. Wenn es der Landurlaub erlaubte, hatte sie sie besucht und es war immer wieder eine besondere Erfahrung.
„Wie gut kennst du die Bücher von Ganos Lal, Leona?“, fragte Kimi.
Leona überlegte. „Ich glaube, ein paar Seeleute, mit denen ich bisher gesegelt bin, hatten ein Exemplar der Schriften bei sich und haben sich bisher abends immer daraus vorgelesen. Aber selbst habe ich nur aus den Schriften gehört.“, antwortete sie. „Worauf willst du hinaus? Ich finde sie interessant, dass es noch immer Leute gibt, die glauben, dass wir einmal aus unserer angestammten Heimat vertrieben wurden und wir irgendwann wieder dorthin zurückkehren werden.“
„Darauf wollte ich hinaus. Wir leben seit über 1600 Jahren hier auf Enlil, haben aber nie den Kontinent vollständig erkundet. Es gibt noch immer weiße Flecken auf der Landkarte. Was ist zum Beispiel hinter dem westlichen Horizont von Phetr oder was war hinter den Riffen von Aquilo? Niemand wusste es, niemand wollte es wissen und jetzt sind wir gestrandet an eine unbekannte Küste geworfen. Ohne Rettung in Sicht. Auf uns gestellt. Fängt man da nicht wieder an zu glauben, dass so etwas wie eine höhere Macht gibt?“, fragte Kimi.
„Für eine 4 Jahre alte Frau bist du aber ganz schön auf Draht und gläubig noch dazu.“, antwortete Leona bissig. „Aber recht hast du schon.“ Sie redeten noch eine Weile über die Schriften und die Aufzeichnungen von damals und das es damals vor viel schöner gewesen sein, muss wenn man den Historikern Glauben schenkt, die von unglaublichen fliegenden Maschinen berichteten und von Technik, die einen mit einer anderen Personen über etliche Schakus hinweg noch vernünftig und verständlichen sprechen lässt. Aber im Laufe der Zeit ging viel davon verloren. Dann gab es den Krieg vor gut 1400 Jahren, der dann alles zunichte machte, die Schriften überlebten, aber die Technik ging damals verloren. Khar-Toba wurde zerstört und erst nach Jahrzehnten wieder aufgebaut und zu der Stadt, die sie heute ist. Nach etlichen Stunden des Redens und des Holznachlegens, kam Mularwen hinter den Bäumen hervor und Rintu, der kleinere Mond, folgte ihm.
„Kimi, schau. Mularwen.“, sagte Leona begeistert. „Ist er nicht schön. So grün und den kleinen blauen Perlen dazwischen?“
„Ja, Mularwen war schon immer etwas besonderes gewesen.“, erwiderte Kimi. „Wir sollten uns auch langsam hinlegen, Leona. Es hat Spaß gemacht mit dir zu reden.“
„Das geht mir genauso.“, antwortete Leona, die noch wie gebannt zum grünen Mond aufschaute während sich Kimi schon hinlegte und es sich auf ihrem Stück Segeltuch bequem machte. Leona hingegen schaute noch ein wenig Mularwen an und dann nochmal um. Mularwen erhellte den Strand und man konnte sogar das Wrack der Golorien erkennen. Mit dem Wissen, dass es hätte schlimmer können, legte sich Leona dann auf ihr Stück Segel und schlief recht schnell ein, weil sie eben doch müde war, auch wenn sie es nicht wahr haben würde.

Code:

Ganos Lal hatte der Gruppe schon den ganzen Tag zugesehen. Irgendwie war sie sich sicher gewesen, dass niemand bemerken würde, dass sie den Sturm ausgelöst hat, um das Schiff auf die Küste zu treiben und 5 Personen zu isolieren. Jetzt musste sie sie nur noch dazu bewegen, dass sie sich auf den Weg nach Donaan machen. Der Stadt im Norden hinter dem Halbmondgebirge. Ihr Geist schwebte hinunter zu Ihnen und fühlte in sie hinein. Erst Tomar dann Dara, Franja, Leona und zum Schluss Kimi. Bei ihr stutzte sie und fühlte etwas tiefer. In Kimi war etwas, dass ihr vertraut vor kam. Ein Wissen, es könnte sich als nützlich erweisen. Daraufhin berührte sie noch einmal Dara. Das würde veranlassen, dass Dara den Drang spüren würde, sich die Insel anzugucken. Nach Norden zu ziehen. Gleichzeitig legte der Geist noch eine Kiste am Strand ab, die sie zuvor aus dem Schiff entfernt hat. Das würde helfen, den Weg zu finden, dachte Ganos Lal und entfernte sich wieder, um die Mitglieder nicht noch unnötig aufzuwecken.

***Fortsetzung folgt***

PS: Aktionen, die nicht zur Handlung gehören, sondern eben von Ganos Lal ausgeführt werden, schreib ich im Word eingezogen, was hier ja nich geht. Weshalb die Code tags herhalten müssen.
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Tomar - ein Randplot
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